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ABS
Abkürzung für Asset Backed Securities.
Adverse Selection
Bei asymmetrischem Informationsstand der Marktteilnehmer allgemein auftretender Effekt durch die eingeschränkte Lenkungsfunktion der Preise. Als typisches Beispiel gelten die Prämien von Risikoversicherungen, die ab einem bestimmten Niveau allen subjektiv risikoärmeren Individuen zuerst unwirtschaftlich erscheinen. Tatsächliche individuelle Informationsvorsprünge angenommen, führt demnach eine Preiserhöhung tendenziell zu durchschnittlich mehr Versicherungsverträgen mit potentiell höheren Risken und damit zu einer möglicherweise sogar überproportionalen Schadensbelastung.
Agency Costs
Die mit der Funktion eines Agenten verbundenen Kosten. Meist ein Konsortialführer, der im Rahmen von Effektenemissionen und bei anderen Transaktionen die Auszahlung der Mittel und die Erbringung des Schuldendienstes überwacht. Er handelt im Auftrag einer anderen Person, des Prinzipals.
Agio
Siehe Ausgabeaufschlag.
AIMA
Alternative Investment Management Association. Ein Forum für Hedge Funds, Managed Futures und Währungsmanagement. AIMA wurde im September 1990 gegründet.
Aktien
Unternehmen teilen ihr Kapital in gleiche Anteile auf, die man als Aktien bezeichnet. Der Kauf von Aktien beinhaltet Rechte aus dem Anteil am Geschäft und entsprechende Risiken. Geht ein Unternehmen in Konkurs, dann stehen die Aktionäre bei der Aufteilung des Betriebsvermögens an letzter Stelle.
Aktiv-Passiv-Steuerung
Siehe Asset-Liability-Management
Allgemeine Vertragsbedingungen
Sie regeln in diesem Zusammenhang das Rechtsverhältnis zwischen Anlegern und Kapitalanlagegesellschaften (KAG) und gelten für alle Publikumsfonds jeweils in Verbindung mit den "Besonderen Vertragsbedingungen" der einzelnen Fonds. Beide zusammen sind Bestandteil des Verkaufsprospektes. Seit Novellierung des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG)von 1990 sind die Allgemeinen Vertragsbedingungen sogar in wortgleicher Form fester Bestandteil aller Verkaufsprospekte. Vergleichbare Standards gelten inzwischen in der gesamten EU.
Alternative Investments
Auch nicht-traditionelle Produkte genannt und wegen ihrer geringen Korrelation zu klassischen Kapitalmärkten als Portfoliobeimischung hoch geschätzt. Dort können sie nicht selten risikomindernd und gleichzeitig ertragssteigernd wirken. Wichtige Produktgruppen sind Hedge Funds und Managed Futures , Kredit- und Versicherungsderivate, die Gruppe der ABS, Immobilien und Private Equity .
Anlageausschuss
Die Allgemeinen Vertragsbedingungen für Publikumsfonds sehen vor, dass sich die KAG bzw. ihr Fondsmanagement bei der Auswahl der zu disponierenden Vermögenswerte von einem Anlageausschuss beraten lassen kann. Letzterer wird vom Aufsichtsrat der KAG für den jeweiligen Fonds bestellt; ein Gremium, welches die längerfristige Anlagepolitik festlegt. Sowohl die Vertreter der Depotbank als auch die der KAG haben bei ihren Entscheidungen unabhängig voneinander die Interessen der Anteilinhaber wahrzunehmen, die besonders in Spezialfonds auch selbst vertreten sind.
Anlagepolitik
Siehe Anlageausschuss.
Anlagestrategie
Planmäßiges Vorgehen bei der Geldanlage unter Berücksichtigung spezifischer Risiken wie etwa der Konjunkturlage, den aktuellen Börsentrends oder der Zinsentwicklung. Aggressivere Anleger zielen dabei eher auf kurzfristige Gewinne und werden deshalb häufiger Umschichtungen ihres Depots und ein höheres Risiko durch die Auswahl entsprechend volatilerer Papiere bevorzugen. Defensiveren Anlegern geht es demgegenüber in erster Linie um den Erhalt ihres Kapitals und möglichst stetige Renditen.
Anteilscheine
Investmentanteile oder -zertifikate verbriefen die Ansprüche der Anteilinhaber gegenüber der KAG. Anteilscheine offener Fonds haben keinen Nennwert.
Anteilwert
Der Wert eines Anteilscheines, der sich aus der Teilung des gesamten Fondsvermögens durch die Zahl der umlaufenden Anteile ergibt. Bei Publikumsfonds wird dieser börsentäglich von der Depotbank ermittelt und als Rücknahmepreis fixiert.
Antizyklisches Investment
Negativ oder nicht mit traditionellen Aktien- und Anleiheindizes korreliertes Investment, wobei spiegelverkehrte Derivate nicht so bezeichnet werden.
Arbitrage
Im technischen Sinne der Vorgang, bei dem jemand sich unterschiedliche Preise für ein Handelsinstrument an zwei unterschiedlichen Börsenplätzen zunutze macht, um einen nahezu risikolosen Profit zu erzielen. Undifferenziert verwendet, um jegliche Aktivität zu bezeichnen, bei der ein Gewinn mit gleichwertigen Produkten oder Strukturen erzielt werden kann. Entweder durch einen Informationsvorsprung oder dadurch, dass die unterschiedlichen Erwartungen von Marktteilnehmern genutzt werden.
Arbitrage Pricing Theory
(=APT) Allgemeinere Form der im Capital Asset Pricing Model(CAPM) beschriebenen Grundüberlegung, wobei durch einen Mehrfaktorenansatz zum systematischen Marktrisiko eine differenziertere Betrachtung von Investitionen bewirkt werden soll. Das Spektrum reicht von makroökonomischen Risikoelementen bis zum Erfahrungsreichtum des Fondsmanagements und es ist nicht primär auf den Betakoeffizienten reduziert.
Arbitrage-Strategien
Spezielle Konzepte zur systematischen Nutzung von gleichzeitigen Preis- bzw. Bewertungsunterschieden. Z.B. zwischen Derivaten und Basiswerten, zwischen gleichen Instrumenten auf unterschiedlichen Märkten oder zwischen Wandelanleihen und deren Konversionspapieren. Die zunehmend auf kleinste Margen verwandten statistischen Konzepte schwächen den Aspekt der Gleichzeitigkeit, da reelle Vorteile auch durch längere Haltedauer nicht erzwungen werden können.
AS-Fonds
Spezieller Fondstyp zum Zwecke der Altersvorsorge im Status eines Sondervermögens, der seit April 1998 in Deutschland zugelassen ist. Maßgeschneiderte Anzahlungs- und kostengünstige Einzahlungspläne mit mindestens 18 Jahren Laufzeit, Altershöchstgrenzen und viele Sonderoptionen kennzeichnen das Produkt.
Ask-Price
Der Preis, zu dem ein Papier zum Verkauf angeboten wird. Dieser Angebotspreis wird auch als offer price (oder Offerte) bezeichnet. Gegenteil: Bid-Price.
Asset Allocation
Begriff für die Aufteilung oder Struktur eines Vermögens, differenziert nach einzelnen Anlagemöglichkeiten, Assetklassen, Währungen und Regionen. Als Prozess hat es die Asset Allocation zum Ziel, Rendite und Risiko eines Portfolios relativ zu optimieren.
Asset Backed Securities
(=ABS) Schuldverschreibungen, deren Wert sich aus materiellen oder finanziellen Vermögenswerten ergibt, wobei deren Ertrag die Rückzahlung sichert. Nicht selten werden die zugrunde liegenden Vermögenswerte zu diesem Zweck einem Sonderfonds oder einer Stiftung übertragen.
Asset Swap
Der Tausch von Cash Flows aus unterschiedlichen Aktiva, ohne letztere zwangsläufig tatsächlich zu tauschen.
Asset-Liability-Management
Ausgangspunkt des Konzepts ist eine integrale Analyse der Aktiva und Passiva inklusive aller Eigenkapitaleffekte mit dem Ziel gesamtsteuernder Ansätze. Cash Flows, Bilanzstrukturrisken und die Perspektiven der Gewinn- und Verlustrechnung sind die Hauptelemente des Optimierungsverfahrens. Steuerliche Überlegungen runden das Problemfeld integrierend ab.
Asymetric Information
Bezieht sich auf jede Situation, in der die handelnden Parteien über unterschiedliche Informationen zu Preisen und/oder Qualitäten von Produkten verfügen.
Ausgabeaufschlag
(=Agio) Aufgeld bei Wertpapieren. Der Betrag, um den der Ausgabepreis bei der Neuausgabe von Wertpapieren deren Nennbetrag übersteigt bzw. der Betrag, um den der Börsenkurs beispielsweise einer geschlossenen Länderfondsaktie den Inneren Wert übertrifft. Bekannt auch als der Mehrpreis, der beim Kauf vieler Fonds von Anlegern zu zahlen und in Prozent ausgedrückt ist.
Ausgabepreis
Preis, zu dem Anleger Investmentfondsanteile kaufen können. Die Höhe dieses vielfach täglich ermittelten Preises ergibt sich aus dem Anteilwert plus Ausgabeaufschlag .
Auslandinvestment-Gesetz
Regelt die Zulassungsvorraussetzungen für ausländische Fonds in Deutschland.
Ausländische Fonds
In Deutschland wird steuerlich unterschieden zwischen deutschen Investmentfonds sowie drei unterschiedlichen Kategorien ausländischer Fonds:
1. Registrierte Fonds, die ihre Anteile öffentlich anbieten dürfen,
2. Nicht registrierte Fonds mit steuerlichem Vertreter, die ihre Anteile nicht öffentlich anbieten dürfen,
3. Alle übrigen Fonds, die ihre Anteile ebenfalls nicht öffentlich anbieten dürfen.
Registrierte ausländische Fonds werden bis auf wenige Besonderheiten steuerlich wie deutsche Fonds behandelt. Für diesen Status sind einige Kriterien zu erfüllen und ist besonders eine Vertriebszulassung notwendig.
Ausschüttende Fonds
Nach Beendigung des Fondsgeschäftsjahres werden die dem Fonds zugeflossenen ordentlichen und evtl. auch Teile der außerordentlichen Erträge an die Anteilinhaber ausgeschüttet. Ordentliche Erträge setzen sich bei Wertpapierfonds klassisch aus Dividenden und/oder Zinsen zusammen. Die außerordentlichen Erträge enthalten vor allem Kursgewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren. Die Ausschüttungen werden im Rechenschaftsbericht, im Bundesanzeiger sowie in der Tagespresse veröffentlicht. Der Anteilpreis eines Investmentfonds vermindert sich folglich am Tag der Ausschüttung um diesen Betrag. Er gibt keinen Aufschluss über die Qualität eines Investmentfonds oder seines Managements. Bei einigen Fonds existiert jeweils eine ausschüttende und eine thesaurierende Tranche. Siehe Thesaurierende Fonds.
Autokorrelation
Im Zusammenhang die wissenschaftlich selten vertretene Überlegung, dass Höhe und Tendenz der gegenwärtigen Kursänderungen nicht von vorangegangenen Kursverläufen unabhängig sind. Es ist die Basisannahme aller technischen Kursanalysen. Siehe auch Behavioral Finance.
